11. und 12. März 2012
Rote Fabrik Zürich
im Foyer der Aktionshalle

im Rahmen des "Halbwertszeit",
ein theamatisches Filmwochenende über die Atomkraft

77tagecamp
personen
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Diese Geschichte habe ich nicht gesucht – diese Geschichte hat mich gefunden.

Nach der Fertigstellung des Films «Zaffaraya 3.0» ist es für mich selbstverständlich gewesen, mit der Kamera weiterhin durch die Stadt zu streifen, wenn irgendwo auf der Strasse Opposition gelebt wird. Deswegen habe ich auch die Demonstrationen nach der Katastrophe von Fukushima sowie den Auf- und Ausbau des AKW-Ade-Camps vor dem BKW-Gebäude an Berns Viktoriaplatz dokumentiert. Weil sich dabei innerhalb kurzer Zeit viel Material angesammelt hat, ist bald einmal auch der Wunsch aufgekommen, diese Aufnahmen nicht bloss im Archiv zu stapeln für ein langfristiges Folgeprojekt zu «Zaffaraya 3.0», sondern sie möglichst bald zu einem eigenständigen Film zu verarbeiten.

Vom Moment an, wo dieser Gedanke aufgekommen ist, habe ich Ereignisse in und um das AKW-Ade-Zeltdorf noch konsequenter als vorher aus der Sicht einzelner Personen aus verschiedenen Generationen dokumentiert – ein spontaner, aus heutiger Sicht glücklicher Entscheid. Noch bevor nämlich erste Skizzen für einen konkreten Film zu Papier gebracht werden konnten, hat die Stadtregierung das Camp am 21. Juni, 77 Tage nach der Gründung, räumen lassen.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind dort rund 20 Stunden Filmaufnahmen entstanden. Dieses Material bildet den Grundstock des Films «77 Tage sind nicht genug» und ist einerseits mit arrangierten Szenen ergänzt worden, anderseits mit Aufnahmen von aktuellen Ereignissen im Herbst dieses Jahres.

Die Debatte zwischen Atomenergiebefürwortern und –gegnern erinnert ein bisschen an die historischen Streitereien zwischen Katholiken und Protestanten und trägt viele Züge eines Glaubensstreits. Sowenig aber Christen die Existenz Gottes beweisen können, sowenig können Schweizer Atomenergiebefürworter beweisen, dass ihre Anlagen sicherer sind als jene in Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima. Und die AKW-Gegner können das Gegenteil nicht beweisen und auch nicht hieb- und stichfest belegen, dass sich 40 Prozent Atomstrom durch alternative Energiequellen ersetzen lassen.

Die Diskussion um Atomenergie wird mit an- und abschwellender Intensität seit über drei Jahrzehnten geführt. Für mich geht es jetzt nicht darum, diesen Diskurs vollständig aufzuarbeiten; mich interessiert der Stand der Debatte jetzt, im Jahr von Fukushima.

Dabei will ich beide Seiten sehen und hören. Für Ruedi und Tom sind deshalb Streitgespräche organisiert worden mit den Atomenergiebefürwortern Christian Wasserfallen und Thomas Fuchs, die pointiert argumentieren können und im Gegensatz zu etlichen politischen Windfahnen, die gestern für AKWs waren, heute gegen AKWs sind und morgen wahrscheinlich doch wieder für AKWs sind, einen klaren Kurs fahren. Stefanie begibt sich zusammen mit dem BKW-Mediensprecher Antonio Sommavilla auf einen Spaziergang zum KKW Mühleberg und lernt so einen Menschen kennen, der ebenso stark wie seine Gegnerin davon überzeugt sind, dass er sich für eine gute Sache einsetzt.

Ebenfalls zu ihrer persönlichen Meinung befragt werden Polizisten, die mit dem Camp zu tun gehabt haben und zum Teil dessen Anliegen unterstützen: «Weiter so! Gas geben!» sagt einer von ihnen beim Campeingang am Ende einer Demonstration.

 

 

 

akw
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